Die Ortschaft
Preci liegt auf einer Höhe von ungefähr 600 Metern
am rechten Ufer des
Campiano, ein Zufluss der
Nera. Die Ursprünge des Ortszentrums werden mit der Nähe zu einigen Andachtsstätten,
Oratorien, in Verbindung gebracht. Die erste Burg wurde 1276 errichtet, als sie
dem Einflussbereich der
Kommune von Norcia zugeordnet wurde.
In der Umgebung von Preci, in der Valle
Castoriana, befindet
sich die
Abtei Sant'Eutizio, eine der ältesten und
schönsten
Umbriens. Laut Überlieferung wurde sie bereits im 5.
Jahrhundert gegründet vom syrischen Mönch
Eutizio, und spielte von
Anfang an eine wichtige Rolle nicht nur im religiösen Bereich, sondern auch im
weltlichen, da große Teile des umliegenden Landes von den Bewohnern entwässert
wurden.
Das
eigentliche Kloster wurde um das 10. Jahrhundert von
Benediktinermönchen gegründet, wobei das Gebäude auf den Gräbern der syrischen
Einsiedler errichtet wurde. Sehr bald wurde es zu einem bemerkenswert mächtigen
Zentrum, sowohl vom finanziellen, als auch vom politischen Standpunkt aus, mit
riesigem Grundbesitz.
Die maximale Blüte erlebte die Abtei zwischen dem 10. und dem 15. Jahrhundert.
Auch der Bau der prächtigen romanischen Kirche wird dieser Zeit zugeschrieben;
sie wurde um 1190 errichtet, während der ganze Komplex zwischen dem 10./11. und
dem 14. Jahrhundert erbaut wurde. Nur der Glockenturm wurde sehr viel später,
im 17. Jahrhundert
vom päpstlichen Architekten
Crescenzi errichtet.
Unter den vielen ausgezeichneten Fähigkeiten der in der Abtei ansässigen Mönche
ragt besonders ihre Schule der Paläographie und der Miniaturmalerei heraus, die
um die sechzig mit Miniaturen verzierte Kodizes hervorbrachte, die ''
Codici
Eutiziani'', die in der
Vallicelliana-Bibliothek in
Rom aufbewahrt werden.
Die ''Beichtformel'' von Sant'Eutizio
Mit den Angelegenheiten der
Abtei Sant'Eutizio ist die Geschichte eines wichtigen literarischen
Dokuments verbunden, eine von einem Benediktinermönch verfasste Beichtformel,
die er wörtlich aus dem Lateinischen in italienisches Volgare übertrug. Es
handelt sich um einen der ältesten bekannten Texte in italienischem Volgare,
das von den Linguisten ''Mittelitalienisch'' genannt wird.
Eine Passage aus der ''Formel'' lautet:
''
Me accuso de la decema ed de la primitia et de offertione, ke uno dei si
ccomo far dibbi''
Das Hauptmerkmal ist das Vorhandensein von Elementen, die nicht typisch sind
für die Toskanische Sprache, die aber auch nicht für einen bestimmten
umbrischen Dialekt.
Die ''Formel'' kann datiert werden auf nach 1095, aber vor dem
Sonnengesang
von Sankt Franziskus (1224/1225).
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