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Die Stadt von Stroncone

Der Haupteingang der mittelalterlichen Ortschaft ist das Tor Porta del Borgo, das aus einem doppelten Bogen besteht. Der untere ist ein Spitzbogen, der obere ein Rundbogen, darüber ein Bogengang mit drei Bögen.

Ein sicherlich sehr wertvolles Gebäude ist die Kirche Chiesa di San Michele Arcangelo, eine der ältesten von Stroncone, die bereits 1012 im Chronicon Farfense von Gregorio da Catino urkundlich erwähnt wurde. Ganz speziell ist das asymmetrische Eingangsportal von 1488. Die Kirche ist dreischiffig und ihre Wände sind mit vielen Kunstwerken bemalt, darunter die ''Rosenkranzmadonna'', und es gibt ein hölzernes ''Kruzifix'' aus dem 14. Jahrhundert.

Ein weiteres sehr altes Kultgebäude ist die Kirche Chiesa di San Nicolò, die vor 1181 gebaut wurde. Ebenfalls aus dieser Zeit, dem 12. Jahrhundert, stammt das Portal, das mit byzantinischen Motiven geschmückt ist. Äußerst wertvoll ist auch das Gemälde, das sich in der Kirche befindet, die ''Krönung der Madonna'', ein Polyptychon von Rinaldo da Calvi (ein Schüler von Spagna) aus dem Jahre 1520.

Ein echtes Juwel von Stroncone ist das Oratorio di San Giovanni Decollato, das wahrscheinlich auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Es hat zwei wertvolle Steinportale, das Innere ist mit zahlreichen Fresken geschnückt. Das Altarbild des Hochaltars von Giuseppe Bastioni, genannt Giuseppino da Macerata, ist wunderschön und stellt das Martyrium vom Heiligen Johannes dar.

Sehr wichtig sind auch die Kirche und der Konvent di San Francesco, die sowohl mit dem Leben des Heiligen von Assisi verbunden ist als auch mit dem Kult um den seligen Antonio Vici, dessen sterbliche Überreste hier aufbewahrt werden. Antonio Vici wurde 1381 in Stroncone geboren, nahm sein Novizentum im Convento di San Francesco auf, und tat viel für die Verbreitung des Franziskanertums, vor allem in der Toskana. Als er älter als 30 Jahre war, zog er nach Assisi in die Einsiedelei Eremo delle Carceri. Er starb am 7. Februar 1461, wurde 1687 seliggesprochen, während sein Leichnam am Anfang des 19. Jahrhunderts in die heute noch verwendete Urne, die sich oberhalb des Altars des rechten Kirchenschiffs in der Cappella di San Diego umgebettet wurde.

Der Komplex wurde im 13. Jahrhundert erbaut auf einem der Orte, die von Sankt Franziskus besucht wurden und wo einst eine der Madonna geweihte Ädikula stand. Die Kirche ist zudem reich an Gemälden und Fresken, von denen einige von beträchtlichem künstlerischem Wert sind, wie die fragmentarische ''Madonna auf dem Thron mit Sankt Franziskus''. Nach Meinung einiger ist das Gemälde ein grundlegendes Zeugnis, das den Heiligen von Assisi betrifft, da die Darstellung seiner Gestalt mehr als jede andere der Realität entspricht, schließlich war er körperlich anwesend in der Zeit, als der Konvent gebaut wurde.

In der an die Kirche angrenzenden Kapelle befindet sich noch eines der Meisterwerke von Tiberio d'Assisi, die ''Madonna mit Kind''.

Unter den zivilen Gebäuden ist eines der ältesten und repräsentativsten der Palazzo Comunale, der im 13. Jahrhundert gebaut wurde und seinen ursprünglichen mittelalterlichen Anblick praktisch unverändert behalten hat. In ihm werden viele Fundstücke und wertvolle Gegenstände aufbewahrt, die zusammengenommen einen wichtigen Teil der geschichtlichen Erinnerung Stroncones und des umliegenden Gebietes ausmachen.

Im Archivio Comunale befinden sich zum Beispiel zwei Objekte des sozialen und zivilen Lebens in Stroncone. Das erste ist die Wahlurne Bossolo dei Priori, eine rechteckige, innen und außen fein verzierte Schachtel. Das zweite ist ebenfalls eine Wahlurne, in der die Kugeln gesammelt wurden, mit denen man einst die Wahlen durchführte. Ebenfalls im Gemeindesitz befinden sich einige mit Miniaturen verzierte Choräle, die der Gemeinschaft von Sankt Benedikt gehört hatten und von den Stiftskirchen San Michele Arcangelo und San Nicolò stammten. Außerdem kann eine Sammlung antiker Münzen aus dem 13. Jahrhundert besichtigt werden und verschiedene archäologische Fragmente, die von dem Ort stammen, der von einigen Gelehrten für die primitive römische Siedlung Trebula Suffenas gehalten wird.
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