Kurze Chronik eines Festivals von 1958 bis heute
Das Festival ist das kulturelle Hauptereignis
von
Spoleto und besteht aus einer gehaltvollen Zusammensetzung
verschiedener Schauspiele: von Tanz bis zur Oper, vom Gedicht bis zur Prosa um
nicht das Kino und die visiven Künste zu vergessen. Seit dem Jahr 1958 hat es
sich bei Publikum und Kritik einen Namen gemacht und ist im Laufe der Jahre im
Bereich der avantgardistischen und experimentellen Kunst zu einem
Haupttreffpunkt geworden. In dem Zeitraum, in dem das
Spoleto Festival
stattfindet, sind die Straßen, Plätze, Theater und Gebäude durch
Persönlichkeiten, Berühmtheiten, Künstlern und Vorstellungen so belebt, dass
eine magische Atmosphäre erzeugt wird. Das natürliche Bühnenbild, das Spoleto
und seine Auftrittstätten zu Verfügung stellt, auf denen die erstaunlichen
Schauspiele aufgeführt werden, bietet Platz für einfallsreiche und originelle
Bühnenbearbeitungen.
Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1958 war der
innovative Charakter der Veranstaltung und ihre Bestimmung, den verschiedensten
künstlerischen Ausdrucksformen Platz zu verschaffen, klar. Die erste Aufführung
war der "Macbeth" von
Giuseppe Verdi unter der Regie von
Luchino
Visconti, der 1961 auch die Salomè" von Wilde aufgeführt und 1963 das
Bühnenbild der "Traviata" während
Festivals di Spoleto gestaltet hat. Es
wurde auch "Il Giuoco del Barone" mit dem Bühnenbild, den Kostümen und der
Regie von
Franco Zeffirelli aufgeführt. 1962 ist
Roberto Rossellini
an der Reihe, der für die Regie von "Carabinieri", einem Text von Beniamino
Joppolo, gerufen wird. 1964 ist das großartige Jahr, in dem
Rudolf Nureyev
die Möglichkeit hat, in Spoleto die erste Choreographie für seine "Raymonda"
von
Glazunov zu erschaffen. Im folgenden Jahr ist die Poesie an der
Reihe, den Löwenanteil des Festivals zu bekommen. In Spoleto finden
Intellektuelle aller Nationen zusammen und bringen so Namen von Größen wie
Pier
Paolo Pasolini,
Quasimodo,
Ezra Pound,
Ferlinghetti
und
Evghenij Yevtushenko zusammen. 1967 wohnt man aufgrund der Regie von
Jerzy Grotowki einer atemberaubenden Bühnendarstellung des Werkes "Il Principe
Costante" bei. Dann folgen erneut die Dichter, unter ihnen
Giuseppe
Ungaretti und
Allen Ginsberg. Eine allen in Erinnerung bleibende
Ausgabe des Festivals ist die von 1973, während der sich zwei Darbietungen
besonders hervorgetan haben: "La Manon Lescaut" unter erneuter Regie von
Luchino
Visconti und "Celebration". Das Ergebnis ist eine berauschende Kritik und
ein entzücktes Publikum. Das Werk, dem 1974 die meiste Aufmerksamkeit zugewandt
wird, ist "Lulu" von
Alban Berg unter der Regie von
Roman Polanski,
während 1977 Eduardo De Filippo seine "Napoli Milionaria" in eine lyrische Oper
mit der Musik von
Nino Rota verwandelt. Die Ausgabe des Jahres 1986 wird
mit dem Prosatext "Fröken Julie" von
Strindberg unter der Regie von
Ingmar
Bergman eröffnet. Im Jahre 1988 ist noch einmal
Roman Polanski
zugegen, der die Rolle des
Gregor Samsa in der berühmten Erzählung von
Franz
Kafka "Die Verwandlung" gibt. Ein weiteres erinnerungswürdiges Jahr ist ist
das Jahr 1990, als neben den Dichtern
Allen Ginsberg und
Mario Luzi
auch die Nobelpreisträger
Renato Dulbecco,
Umberto Eco und
Sebastian
Matta zugegen sind. Im Folgejahr zieht in der Abteilung, die der Förderung gewidmet
ist, der Autor
Ray Bradbury besondere Aufmerksamkeit auf sich, dem
Hommage in der Abteilung Filmkunst zu Teil wird. 1999 ist der Nobelpreisträger
Dario Fo zugegen, um eine Vorausgabe seines letzten Werkes "Lu Santu Jullare
Franscesco" zu präsentieren, seine sehr persönliche Interpretation des
Heiligen
aus Assisi. Die letzten Ausgaben haben eine seltene Ausgabe des Originals
des "Macbeth"'s aus dem Jahr 1847 ins Programm genommen und somit einen
lyrischen Spielplan mit der Anwesenheit von
Luciano Pavarotti und
Placido
Domingo gestaltet. Auch war nach 20-jähriger Abwesenheit
Arnaldo Foà
wieder zu sehen.
In fast einem halben Jahrhundert hat das
Festival
dei Due Mondi niemals die Erwartungen enttäuscht und hat jedes Jahr einen
Spielplan auf der Höhe der höchsten Ansprüche entworfen. Der kurze
chronologische Abriss spiegelt die Idee des Geistes einer Veranstaltung wider,
die Neuheiten und Experimenten sehr offen gegenübersteht. Es werden
Unternehmungen in alle Richtungen ausgeführt, die künstlerische Ausarbeitung
betreffen. Es werden immer die besten Angebote vorgeschlagen, die der Kultur
auf der ganzen Erde zur Verfügung stehen.
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