Ein seltener Ausnahmefall hat sich in dem
kleinen Landstrich, weniger als zwei Kilometer von San Giustino entfernt,
ereignet. Im Jahre 1440 blieb, als Papst Eugen IV. Borgo San Sepolcro
an die Republik Florenz für 14.000 Dukaten verkaufte, aufgrund eines
banalen Berechnungsfehlers der Grenzgebiete Cospaia herrschaftslos. Es
gehörte nicht mehr dem Kirchenstaat an, aber es war auch nicht in die
Republik Florenz eingegliedert. Die Einwohner von Cospaia nutzen die
Gelegenheit und erklärten sich unabhängig. Das Unglaubliche an dieser Situation
ist jedoch, dass sie erst 1826 durch einen Eingriff der zwei Staaten geklärt wird.
In der Zwischenzeit hat sich jedoch in Cospaia eine Art bürgerlichen
Zusammenlebens herausgebildet, das ohne Führungspersönlichkeiten, Gesetze und
Heer auskam. Die Bevölkerung lebte vom Handel, Schmuggel und Tabakanbau. Der
Abt Nicolò Tornabuoni kehrte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts
aus Spanien eben genau nach Cospaia zurück und brachte Tabaksamen mit,
der so zum ersten Mal in Italien angebaut wurde. Die Euphorie über die
errungene Freiheit gewann jedoch Oberhand und neben der Landwirtschaft und dem
Handel entwickelte sich besonders der Schmuggel. Diese Tatsache wurde bald zu
einer nicht mehr tolerierbaren Situation und die beiden Staaten bereiteten dem bizarren
Experiment ein Ende.
Reiseklemmbrett
Die "freundliche" Festung von San Giustino
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Im Zentrum von San
Giustino erhebt sich als grüner Punkt eine befestigte Burg, das
Castello
Bufalini, das erst als Verteidigungsanlage und dann als luxuriöse Residenz
...
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