Die Stadt von San Gemini
Der mittelalterliche Anblick von
San Gemini ist gut erhalten, die Stadtstruktur spiegelt den Charakter eines
antiken Dorfes getreu wieder, das auf einer Erhöhung gebaut und von einer Mauer
umgeben ist, und von der noch die Trasse und viele Reste vorhanden sind. Heute gibt es vier
Haupttore, wobei die im 18. Jahrhundert gebaute
Porta
Romana direkt ins Stadtzentrum führt.
Eines der wertvollsten Gebäude von San Gemini ist sicherlich die Kirche
Chiesa
di San Francesco, die im 13. Jahrhundert gebaut wurde
zu Ehren von
Sankt Franziskus, der mehrere Male in die Stadt gekommen
war. Sie ist in gotischem Stil gebaut und hat ein einziges Schiff, das reich
mit Fresken ausgemalt ist. Von besonderem Interesse ist eine
Kreuzigung,
die im 14. Jahrhundert von einem Künstler ausgeführt wurde, der der berühmten
Maler-Bewegung angehörte, die als
Umbrische Schule bekannt ist. Zu
besichtigen wäre auch der elegante Kreuzgang, wo jedes Jahr verschiedene Ausstellungen
stattfinden.
Sehr eindrucksvoll ist die kleine Kirche
Chiesa di Santo Stefano, oder
zumindest das, was von ihr geblieben ist: die Apsis. Um die Kirche herum
hatte sich die Stadt San Gemini gebildet. In der Nähe der Kirche kamen
wertvolle römische Fundstücke ans Tageslicht. So
auch ein Gebäude, von dem das
Impluvium erhalten ist und die umliegenden
Räume, aber auch zwei herrliche Mosaikfußböden aus dem 1. Jahrhundert. Auf einem sind Blumenmotive und fliegende Vögel dargestellt, auf dem
anderen geometrische Formen.
Das
Kloster
Convento di Santa Maria Maddalena kann auf das 11. Jahrhundert datiert werden, auch wenn es zwischenzeitlich zahlreiche
Veränderungen erfahren hat, wobei die des 18. Jahrhunderts besonders einschneidend
waren. Im 12. Jahrhundert wurde die Kirche
Chiesa di San Giovanni Battista gebaut,
die vermutlich auf einem Gebäude des 4. Jahrhunderts errichtet wurde.
Der
Palazzo Zanasi, ein strenges und
elegantes Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, hängt an einer Seite mit dem
Palazzo
Pretorio zusammen. Dieser wurde im 12. Jahrhundert errichtet, ein Gebäude,
in dem die Regierung von San Gemini ihren Sitz hatte. Er ist ein wunderbares
mittelalterliches Bauwerk, das auch unter dem Namen
Palazzo del Popolo oder
Palazzo Vecchio bekannt ist. Außen ist er mit einer Reihe von
Adelswappen verziert, während sich in den inneren Räumen wertvolle Gemälde
befinden, darunter eine Darstellung des
Buon Governo. Seitlich des Palazzo erhebt sich der Glockenturm
Torre Esperia mit
der Glocke
Campana delle Adunanze, die 1318 von
Matteo d'Orvieto gegossen wurde.
In San Gemini befindet sich auch die Sommerresidenz des berühmten Bildhauers
Antonio
Canova, ein imposanter Palazzo, der mit seinem Turm den Platz
Piazza San
Francesco überragt.
Außerhalb der Mauer, die die Stadt umringt, befindet sich eine der ältesten
klösterlichen Anlagen in Umbrien, die Abtei
Abbazia di San Nicolò, die
bereits 1036 in einigen Urkunden erwähnt wurde. Sie erlangte sehr bald großen
Einfluss, der der bis mindestens das 15. Jahrhundert reichte. Die Errichtung
der Fassade geht auf das 12. Jahrhundert zurück, so auch das wunderschöne
Portal, das heute nur als Kopie bewundert werden kann, da das Original ins
Metropolitan
Museum in
New York gebracht wurde. Viele dekorative Elemente, wie
Kapitelle, Statuen und Skulpturen sind römischen und romanischen Ursprungs, wie
zum Beispiel das Bild eines Löwen, der einen Hammel festhält.
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