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Die Stadt von Pietralunga

Inmitten des Grüns seiner umgebenden Hügel, thront Pietralunga auf 550 Metern Höhe und beherrscht das Tal des Wildbaches Carpinella. Der Fund einer etruskischen, heute im Museo Archeologico di Perugia aufbewahrten ''Flöte aus einem menschlichen Schienbein'' bezeugt das hohe Alter des Ortes. Die Stadtstruktur enthüllt eindeutig seinen mittelalterlichen Charakter, der in der Rocca Longobarda sein zentrales Element hat, eine Burg, die um das 8. Jahrhundert herum gebaut wurde und von der ein imposanter, fünfeckiger Turm erhalten geblieben ist.

Unter Verwendung eines Teils der longobardischen Festung wurde zwischen 1498 und 1502 der heutige Palazzo Comunale im Auftrag von Monsignore Giulio Vitelli als Repräsentationssitz errichtet. Ab dem 17. Jahrhundert wurde er von den Mitgliedern des Malteser Ritterordens benutzt, um 1888 der Sitz des Rathauses zu werden.

Neben dem Palazzo Comunale erhebt sich die Pfarrkirche Pieve di Santa Maria, die im 13./14. Jahrhundert erbaut wurde. Sie ist mit einer eleganten Fassade und einem wertvollen romanischen Portal ausgestattet. In der Kirche gibt es das Fresko ''Das Martyrium des Heiligen Sebastian'', das Raffaellino del Colle zugesprochen wurde, einem der brilliantesten Jünger von Raffael in Umbrien, und die Kopie des Polyptychon des Künstlers Ottaviano Nelli aus Gubbio. Das Original befindet sich in der Galleria Nazionale dell'Umbria in Perugia. Ungefähr 12 Kilometer von Pietralunga entfernt, befindet sich die dreischiffige Pfarrkirche Pieve de' Saddi, die einen rechteckigen Grundriss und eine halbkreisförmige Apsis hat. Sie ist ein wundervolles Beispiel für eine frühchristliche Basilika, die mit einem eleganten Turm aus dem 9. Jahrhundert versehen ist. Im Inneren gibt es eine Krypta, wo der Leichnam von San Crescenziano aufbewahrt wurde. Der Heilige ist in einem Flachrelief, das sich oberhalb der linken Treppe befindet und aus dem 8. Jahrhundert stammt, als Drachentöter dargestellt.
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