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August: Der ''Palio della Mannaja''
Es handelt sich um das Gedenken eines Ereignisses, das auf das 14. Jahrundert zurückgeht, als Giovanni di Lorenzo di Picardia, ein Wanderer, von Frankreich loszog, um die Reliquie Volto Santo in Lucca zu besuchen. Er wurde für ein Verbrechen, das er nicht begangen hatte, zum Tode verurteilt, jedoch wunderbarerweise kurz vor der Vollstreckung gerettet, indem sich die Schneide des Henkerbeils umkehrte und von ihm abwandte.
In Gedenken dieses Ereignisses wird in Pietralunga ein Palio veranstaltet, bei dem sich die Dörfer der Gemeinde im Schieben eines schweren Rollwagens, des ''Biroccio'', messen, auf dem einst die zum Tode Verurteilten zu ihrer Hinrichtungsstätte gebracht wurden.
Other events in the town of Pietralunga
Luglio: Scorzone oder Schwarzer Trüffel-Festival - Veranstaltung auf der die kostbaren Früchte des Gebietes um Pietralunga ausgestellt werden, unter denen sich der Sommertrüffel und der Schwarze Trüffel hervorheben, die wertvollen Knollen, die in vielen Gerichten der lokalen Gastonomie in Einsatz kommen.
Fälle_Pietralunga_kultur Oktober: Ausstellungsmarkt für den Weißen Trüffel und Kartoffeln - Ausstellung und Verkauf des berühmten Weißen Trüffels und anderer lokaler Erzeugnisse, wie Kartoffeln an Ständen mit Produkten aus der lokalen Gastonomie und dem Handwerk.0
Fälle_Pietralunga_country_house : Der ''Palio della Mannaja'': die Vorgeschichte - In einer Zeit, als es im Justizwesen sicher noch einige Lücken gab, dürfte es dem ausländischen Gast Giovanni di Lorenzo di Picardia keine Kleinigkeit erschienen sein, sich des Mordes angeklagt zu sehen, obwohl er an der Angelegenheit völlig unbeteiligt war. Er hat wahrscheinlich geschrieen, geflucht, getobt bis zur Erschöpfung, sicherlich auch versucht, seine Rechte geltend zu machen, aber nichts konnte das Todesurteil, das über ihn verhängt worden war, abwenden. Durch diese Umstände war er dazu gezwungen, seine Reise zu unterbrechen und die Pilgerfahrt zum Volto Santo in Lucca von seiner Liste der noch zu erledigenden Dinge zu streichen, da die Wahlfreiheiten einer Person in einer dunklen Zelle angesichts eines zu vollstreckenden Todesurteils drastisch eingeschränkt sind. Der Rechtsapparat war denn doch nicht so langsam im 14. Jahrhundert, wie die Tatsache bezeugt, dass der Angeklagte innerhalb kürzester Zeit auf dem öffentlichen Platz dem Henker vorgeführt wurde und dessen weiser Obhut und seinem gewetzten Henkerbeil übergeben, das dazu bestimmt war, das Haupt des Verurteilten von seinem angestammten Platz zu trennen. Der Henker hob den Arm hoch in die Luft, die Hand fest um den Griff des Beils geschlossen, ruhig und selbstsicher, ganz der ernsthafte Berufshenker, der er war. Er ließ sich nicht rühren (einige Berufssparten erlauben das einfach nicht) von den verzweifelten Rufen und Schreien dieses Unschuldigen, der aus Frankreich gekommen und nach Lucca unterwegs gewesen und gegen seinen Willen zu einem unvorhergesehenen Halt in Pietralunga gezwungen worden war. Es ist bekannt, dass die letzten Momente im Leben eines zum Tode Verurteilten zusätzliche Qualen bringen, endlose Sekunden, in denen das Leben wie ein Film vorüberzieht und in denen alle Sünden bereut und um Vergebung gebetet wird, alles Empfindungen, die normalerweise von einem wegen Mordes zum Tode Verurteilten später nicht mehr mitgeteilt werden können. Aber Giovanni di Lorenzo di Picardia, der nach Lucca unterwegs gewesene Franzose, der verhaftet und wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war, bekam eine zweite Chance: Ein gerade noch rechtzeitig eingetroffener Freispruch, der von höherer Ebene von jemandem mit einem gewissen Einfluss erwirkt worden war, den er auch in Gerichtskreisen geltend machte, wandte die Klinge des Henkerbeils ab, verhinderte die Exekution und befleckte somit unwiderruflich den Lebenslauf des Henkers.
Dieses Ereignisses wird in Pietralunga im August gedacht, wenn die Dörfer und Viertel im Palio zum Wettkampf antreten, bei dem sie einen schweren Rollwagen schieben, der einst zum Transport der zum Tode Verurteilten eingesetzt wurde. Das Ereignis ist umrahmt von einer mittelalterlichen Atmosphäre, die die geöffneten Läden, Wirtshäuser und Schänken schaffen.
Übrigens, wer glaubt, dass die Hintergrundgeschichte nur der Phantasie eines Spaßvogels entsprungen sei, kann den eigenhändig vom Podestà von Pietralunga, Branca de' Branci, geschriebenen Brief und das Henkerbeil, einen der Protagonisten der Angelegenheit, das im Dom von Lucca neben dem Volto Santo aufgehängt und ausgestellt ist, besichtigen.
Die Wege der Gerechtigkeit sind unergründlich.
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