Die Altstadt von Perugia
Perugia ist eine der schönsten Städte
Italiens und hat seine
mittelalterliche Atmosphäre weitgehend unverändert erhalten, trotz der
außergewöhnlichen Entwicklung, die es im Laufe des letzten Jahrhunderts
erfahren hat. Sein Stadtzentrum ist eines der kunstgeschichtlichen Juwelen
Italiens und kann sich einer beträchtlichen Menge Gebäude und Monumente rühmen,
die der Stadt einen großen Wert verleihen und sie einmalig in ihrer Art machen.
Der Brunnen Fontana Maggiore
Er wurde zwischen 1275 und 1278 unter der Leitung von
Fra' Bevignate von
den Gebrüdern
Nicola und
Giovanni Pisano gebaut, die besten
Vertreter der gotischen Bildhauerei ihrer Zeit. Der Brunnen besteht aus zwei
vieleckigen Becken aus weißem und rosa Stein, die übereinander liegen und von
einem dritten Becken aus Bronze überragt werden, welches wiederum von drei
Nymphen gekrönt wird, die eine Amphore halten, aus der das Wasser strömt.
Die Außenseite des
unteren Beckens besteht aus 25 Kassetten mit jeweils einem Flachrelief in der
Mitte und an den Seiten, insgesamt 50. Das obere Steinbecken, das kleiner als
das untere ist, ist zwölfeckig und mit je einer ganzen Statuette in der Mitte
und an den Ecken selbst ausgestattet, also insgesamt 24 Figuren. Sowohl die
Flachreliefs als auch die Kassetten bilden einen sehr komplexen Symbolismus, weniger
bei der Betrachtung der einzelnen Elemente, als im Gesamten. Es sind die
Propheten des
Alten Testaments dargestellt,
Heilige,
Apostel,
Märtyrer,
Euliste, der Gründer von
Perugia,
Rom,
Augusta Perusia.
Weitere Bilder stellen die Monate dar, die Künste, die Handwerksberufe,
Jagdszenen, landwirtschaftliche Tätigkeiten, biblische Szenen und
Tierkreiszeichen.
Der
Palazzo dei Priori
Er ist eines der repräsentativsten Gebäude Italiens in gotischem Stil und wurde
zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert erbaut. Er hat die Form
eines enormen Quaders, der von einer eindrucksvollen Reihe dreibogiger Fenster
aufgelockert wird, die die gesamte Breite der Langseite des Palazzo einnehmen
und bis zum zweiten Eingang auf der kurzen Seite gehen. Der Haupteingang geht auf
den
Corso Vannucci und führt direkt in die
Galleria Nazionale
dell'Umbria. Zum zweiten Eingang kommt man über eine Treppe, die vom Platz
Piazza
IV Novembre abgeht und in die kostbare
Sala dei Notari führt,
ein
rechteckiger Saal, der komplett mit Fresken aus dem 13. Jahrhundert ausgemalt
ist. Oberhalb des Portals sind außen zwei
Bronzeskulpturen angebracht, einen Greif (Wappentier von Perugia; A.d.Ü.) und
einen Löwen, die echte Meisterwerke der mittelalterlichen Kunst darstellen und
1281 von
Arnolfo di Cambio ausgeführt wurden.
Die Cattedrale di San Lorenzo
Sie liegt auf der anderen Seite des Platzes
Piazza IV Novembre gegenüber
der kurzen Seite des
Palazzo dei Priori. Zum Haupteingang führt eine
breite Treppe hinauf, an deren linker Seite ein hoher Portikus steht. Ein
zweiter, unvollendeter Eingang öffnet sich auf der rechten Seite und geht auf
den Platz
Piazza Dante.
Der Bau des Gebäudes wurde 1300 begonnen, als ein vorher bestehendes, aus dem
10. Jahrhundert stammendes Gebäude nach Plänen von
Frà Bevignate ausgebaut wurde. Der neue Gebäudeteil wurde erst 1345 begonnen, um im 15.
Jahrhundert vollendet zu werden.
Die Kirche ist dreischiffig und weist bemerkenswerte interessante Elemente auf. Die
Cappella
di San Bernardino wird durch eine schöne ''
Kreuzabnahme'' geschmückt,
die aus dem 16. Jahrhundert von
Federico Barocci,
während sich in der Apsis ein herrliches hölzernes Chorgestühl von
Giuliano
da Maiano und
Domenico Tasso befindet.
Außerdem können ein Werk von
Orazio Alfani und eine ''
Madonna delle
Grazie'' eines Schülers von
Perugino besichtigt werden.
Gleich
hinter dem Eingang auf der rechten Seite befindet sich das
Grabdenkmal von
Andrea Baglioni, Bischof von
Perugia, der 1451
starb.
Die Rocca Paolina
Die
Rocca Paolina ist ein Symbol der alten päpstlichen Herrschaft und
die große militärische Festung der Stadt.
Papst Paul III. ließ sie 1540
nach Plänen von
Antonio Sangallo il Giovane auf einem dichtbevölkerten
mittelalterlichen Stadtviertel errichten.
Mit seinen großen restaurierten Räumen ist die Rocca heute ein wichtiges
künstlerisches und soziales Zentrum der Stadt. Man betritt sie über mehrere
Rolltreppen, die in den 80-er Jahren installiert wurden.
Der Arco Etrusco
Er ist eines der sechs Stadttore und zwar das einzige, an dem nicht umfassende
Veränderungen oder Renovierungen vorgenommen worden sind. Er wendet sich in
seiner ganzen Monumentalität gegen den nördlichen Teil der Stadt und blickt in
Richtung
Gubbio.
Seine Errichtung geht auf das 3. vorchristliche Jahrhundert zurück und er besitzt
zwei seitliche, trapezförmige Türme, die aus großen Travertin-Blöcken ohne
Mörtel zusammengefügt wurden. Die Fassade zeigt einen einzigen Bogen, über dem
die Inschrift
AUGUSTA PERUSIA zu lesen ist, die im 1. vorchristlichen
Jahrhundert von den Römern zugefügt wurde, nachdem
Augustus die Stadt
eingenommen hatte.
Die Kirche Chiesa di San Domenico
Wenn man von einer der zahlreichen Aussichtsterrassen von
Perugias Altstadt
das Stadtpanorama betrachtet, fällt einem die Kirche
Chiesa di San Domenico ins
Auge. Dieses wunderschöne Gebäude, das von all seiner Höhe auf die niedrigen
Häuser des
Corso Cavour hinunterschaut, war eines der ersten, das auf
der Begeisterungswelle gebaut wurde, die die Predigten von
Domenico di
Guzman hervorriefen. Die Kirche und das Kloster wurden wenige Jahre nach
seinem Tod 1234 begonnen auf Wunsch der Predigerbrüder, die seit kurzem in
Perugia ansässig waren.
Wahrscheinlich wurde das Projekt von
Giovanni Pisano ausgeführt und der
Bau dauerte ungefähr 150 Jahre. Das Gebäude nimmt die Motive des höchsten
gotische Stils Italiens auf. Sehr eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen der
anscheinend schweren Struktur speziell der Fassade und dem schlanken
Glockenturm. Die Kirche ist dreischiffig und in der Apsis fand ein prächtiges
großes Fenster Platz, eines der breitesten auf der ganzen Welt mit seinen 23
Metern Höhe und acht Metern Breite.
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