Im Gedächtnis der Peruginer hat sich
ein Ereignis ganz besonders eingebrannt: der Salzkrieg. Es handelt sich
hierbei um ein wichtiges und symbolisches Ereignis, das die Gewohnheiten der
Einwohner, die Mentalität und das städtische Zusammenspiel der historischen
Altstadt enorm verändert hat.
Die Geschichte begann 1540 als Papst Paul
III. die Peruginer dazu zwang, ihr Salz in den päpstlichen Salzminen zu
einem Preis zu kaufen, der doppelt so hoch war wie der des vorherigen
Lieferanten. Die Begründung für diesen Wucher war, dass die päpstlichen
Truppen, die in verschiedene Schlachten gegen lutheranische und türkische
Ketzer verwickelt waren, finanzielle Unterstützung brauchten. Für die Stadt
Perugia wären diese wirtschaftlichen Veränderungen verheerend gewesen. Man muss
sich vorstellen, dass das Salz damals nicht ein einfaches Gewürzmittel gewesen
ist, sondern als Konservierungsmittel für Lebensmittel unverzichtbar gewesen
ist.
Anfangs versuchten sich die Peruginer durch Konsum-Einschränkung der Bedrohung
zu entziehen und verzichteten sogar bei der Brotherstellung auf die Salzzugabe.
Noch heute ist der "filone sciapo" (fader Brotlaib), eine Brottyp ohne
Zugabe von Salz weit verbreitet.
Zeitgleich versuchten die städtischen
Würdenträger mit dem den Päpstlichen Staat zu verhandeln und den Papst
von seinem Plan abzubringen.
Jedoch führte keine Verhandlung zu einer
friedlichen Einigung und so kam es zur direkten Auseinandersetzung.
Am 5. Juni 1540 verlor die Stadt jegliche
Macht über ihr Einflussgebiet; ein Ereignis, das symbolisch mit dem Einzug von Pierluigi
Farnese in die Stadt einhergeht.
Um die Stadt der völligen päpstlichen Kontrolle zu unterwerfen, wurde die Rocca
Paolina errichtet, deren Erbau Antonio da Sangallo dem Jüngeren
anvertraut wurde. Für die Baumaßnahmen wurden viele Gebäude enteignet und
zerstört, unter anderem auch viele Besitztümer der mächtigen Familie Baglioni
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