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Die Stadt und die Signoria der Vitelli

Die zivile Architektur
Nach der Vorherrschaft von Brancaleone Guelfucci im 14. Jahrhundert und der von Braccio Fortebraccio in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erstreckte sich die Vormacht der Familie Vitelli in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhundets auf die Kommune, indem die rivalisierenden Familien besiegt wurden und die Vitelli ihren eigenen Stil durchsetzten. Und von diesem Moment an verwandelte sich Città di Castello und nahm das heute noch charakteristische Aussehen an. Die politische Vorherrschaft schlug sich sofort in der Kunst und Architektur nieder. Der prächtige Palazzo Vitelli alla Cannoniera, der so hieß, weil darin eine Kanonengießerei untergebracht war, wurde auf Wunsch von Alessandro Vitelli erbaut und mit einem märchenhaften exotischen Garten versehen, von im 16. Jahrhundert in ganz Europa gesprochen wurde.

Er wurde zwischen 1521 und 1545 gebaut und heute ist dort die Pinacoteca Comunale untergebracht, die die zweitwichtigste und zweitgrößte Galerie in der Region ist nach der Galleria Nazionale in Perugia. Der Palazzo besteht aus fünf großen Blöcken, die außen mit Wandmalereien von Doceno verziert sind nach Entwürfen von Vasari. In den Sälen hängen viele Meisterewerke, von denen wir nur einige wenige beschreiben, um dem Leser nicht die Entdeckerfreude zu nehmen.

In Saal VI werden Zeugnisse der Arbeiten aufbewahrt, die Raffael in Città di Castello ausführte, wie zum Beispiel das, was vom großen Altarbild von Sankt Nicola da Tolentino (entstanden 1500-1501) bleibt, wobei im Palazzo eine Kopie aus dem 18. Jahrhundert aufbewahrt und ausgestellt wird. Das Original wurde fast vollständig zerstört. Man kann der berühmte Gonfaloniere des Dreieinigkeitsfestes von 1499. Alle anderen Werke, die von Raffael gemalt wurden im Tifernate-Gebiet, befinden sich heute anderswo: die ''Kreuzigung'' (1503) hängt in der Londoner National Gallery, die ''Hochzeit der Jungfrau'' (1504) in Mailand in der Pinacoteca di Brera. Was für viele Werke von Raffael gilt, betrifft auch die von Luca Signorelli in Città di Castello gemalten Werke, die in den größten italienischen Museen, aber auch in anderen Teilen der Welt ausgestellt sind. Im Palazzo Vitelli ist das wundervolle ''Martyrium des Heiligen Sebastian'' aus den Jahren 1497-1498 verblieben. Signorelli hat bemerkenswertes geleistet in Città di Castello. Von den Vitelli unterstützt, beeinflußte er den Geschmack und die Neigungen seiner Zeitgenossen stark.

Aber auch der Palazzo selbst sollte aufmerksam betrachtet werden, da er an den Wänden und den Decken mit richtigen Kunstwerken verziert ist, wie die Fresken von Cristofano Gherardi, genannt Doceno, die die Prunktreppe verschönern, die zu den Sälen führt.

Ebenfalls um die Mitte des 16. Jahrhunderts herum ließ Paolo II. Vitelli den Palazzo Vitelli errichten, ein richtiges Renaissance-Wunder, das vollständig erhalten ist und äußerlich über perfekte Proportionen und Eleganz verfügt, im Inneren reichhaltig mit Fresken ausgemalt ist. Fast sicher wurde er nach Plänen von Vasari ausgeführt und zusammen mit der Palazzina Vitelli bildet er einen wertvollen architektonischen Komplex dar. Die Palazzina Vitelli befindet sich nicht weit vom Palazzo Vitelli in Sant'Egidio durch einen grünen Garten getrennt und oberhalb der Stadtmauer. Vorherrschendes Merkmal sind die weiten Gewölbe im Stile Cristofano Gherardis, genannt Doceno, der die Fresken malte und somit einen entscheidenden Beitrag zur Entstehung dieses Renaissance-Meisterwerks leistete.

Zwei weitere Beispiele für die Ankunft der Renaissance in der Komune von Città di Castello sind der Palazzo Albizzini, momentan einer der beiden Ausstellungsflächen der Collezione Burri, der Palazzo und die Loggia Bufalini, die Ende des 16. Jahrhunderts nach Plänen von Vignola errichtet wurde.

Mitten zwischen all dieser Anmut und Eleganz fallen einige imponierende mittelalterliche Bauten auf, wie der namhafte Palazzo Comunale, der von 1322 bis 1338 von Angelo da Orvieto erbaut wurde, ein strenges Gebäude, der jedoch bereits einige Renaissance-Elemente aufweist. Dann ist da der Palazzo del Podestà aus der selben Zeit und vom gleichen Baumeister errichtet, der mit Spitzbögen, Wappen, Friesen und einer Reihe zweibogiger Fenster ausgestattet wurde.

Für die Stadt typisch sind die zahlreichen Glockentürme, unter welchen der Torre Civica und der Campanile romanico einer besonderen Erwähnung wert sind, wobei letzterer eine zylindrische Form aufweist, deren außergewöhnliche Struktur sonst nur im Gebiet von Ravenna zu finden ist. Der Torre Civica erhebt sich über dem Platz Piazza Gabbiotti und er wurde im 13. Jahrhundert als integrierender Bestandteil des Palazzo Vescovile erbaut. Man kann ihn bis ganz oben besteigen, von wo aus man das faszinierende und eindrucksvolle Panorama der Altstadt bewundern kann.
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