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Castiglione del Lago

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Von Friedrich II. die mittelalterliche Anlage, von der Familie Della Corgna die Renaissance-Schönheiten

Castiglione del Lago entstand um das 6. vorchirstliche Jahrhundert als kleines etruskisches Zentrum. Von Perugia besiegt und von Friedrich II. wiederaufgebaut, erhielt es 1247 die Form, die es im Großen und Ganzen heute noch hat. Auf diese Zeit geht auch der Bau der Rocca del Leone zurück. Sie ist vollständig von der am Trasimeno-See-Ufer endenden Stadtmauer eingeschlossen, wo auch die Festung steht. Dann folgte die Periode der Familien Della Corgna und Di Ascanio, in der sich Castiglione del Lago in einen Ort verwandelte, wo sich die Renaissance zum Ausdruck bringen konnte. Die symbolische Zahl 3, die Zahl der Dreifaltigkeit, taucht immer wieder in der Stadtgeschichte auf: die sozialen Klassen im Mittelalter waren drei, es gibt drei Hauptstrassen, drei Hauptkirchen und drei Stadttore. Der Festungsturm Torrione della Rocca hat einen dreieckigen Grundriss und ist ca. 30 Meter hoch.

Der Palazzo Ducale wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrunderts gebaut, nachdem Papst Julius III. Castiglione der mit ihm verwandten Familie Della Corgna überlassen hatte. Unter den wichtigsten Fresken dort sind ''Taten des Ascanio'', das ''Parisurteil'' und der ''Mythos der Proserpina''.

Die Rocca del Leone (oder Castello del Leone, woher sich der Name der Stadt ableitet) hat eine fünfeckige Form mit vier Türmen an den Ecken und der dreieckige Turm ist 30 Meter hoch. Die Türme sind nach der Konstellation des Sternbildes Löwe angeordnet. Die Rocca wurde 1247 auf Wunsch Friedrichs II. begonnen und immer verbessert, bis sie völlig uneinnehmbar wurde.

Die Kirche Chiesa di San Domenico wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet nach dem Willen des Grafen Fulvio Alessandro als Dankesbezeugung für ein Wunder, das seiner Gattin Donna Eleonora de Mendoza widerfahren war. Die Kirche hat eine hölzerne Kassettendecke und einen Wandelgang, wo die Familienmitglieder Della Corgna bestattet werden sollten, und wo auch Cesare Caporali ruht. Der Santuario Madonna della Carraia wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrunderts auf einer der Heiligen Jungfrau gewidmeten Ädikula auf der Strasse von Castiglione del Lago nach Panicarola gebaut. 1690 wurde der Glockenturm errichtet und 1856 die Kuppel im Stil des Donato Bramante, Meister der Hochrenaissance-Architektur, renoviert.

Laviano ist der Ort, wo 1247 die Heilige Santa Margherita da Cortona geboren wurde. Auf der Strasse von Pozzuolo nach Petrignano steht die kleine Kirche Madonna del Pentimento, die im 18. Jahrhundert neben der Jahrhunderte alten Eiche Quercia del Pianto gebaut wurde, die Zeugin von Margheritas Bekehrung war.

Nun bleibt noch die Insel Polvese zum Besuchen, die flächenmäßig größte Insel des Trasimeno-Sees, die heute der Provinz Perugia gehört. Diese hat sie zum Parco Scientifico e Didattico (wissenschaftlichen und didaktischen Park) erhoben, wo Umweltexperimente, -forschungen und -erziehungsprogramme durchgeführt werden, so dass die Insel ein riesiges ''grünes Klassenzimmer'' darstellt, mit einem Studien- und einem Unterbringungszentrum, das über 44 Betten verfügt.
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