Die spirituelle Distanz, die Franz von
Assisi von den kirchlichen Hierarchien der Zeit trennte, brachte ihn immer
näher zum Volk, zu den einfachen Leuten. Gerade die Distanz der gläubigen
Massen zu den, von den meisten unverstandenen, liturgischen Feierlichkeiten,
brachte den Heiligen Franz dazu, neue Kommunikationswege zu beschreiten, um die
christliche Botschaft in ihrer ganzen Schönheit zu erleben. 1223 wird in der
Weihnachtsnacht die Messe in Greccio mit einer plastischen Darstellung
der Geburt Christi gefeiert. Sinn dieser Zurschaustellung war es, gerade aus
der verkrusteten und latinisierten religiösen Liturgie auszubrechen, um sich
den religiösen Bräuchen der einfachen Gläubigen anzunähern. So wurde in der
Weihnachtsnacht des Jahres 1223 in Greccio durch den Heiligen Franz die erste Krippe der Christengeschichte ausgestellt. Dieses Ereignis, auch wenn es noch so klein
und nichtig erscheint, hat mehr als viele andere die Geschichte der
christlichen populären Traditionen gezeichnet.
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